(Geschichte im Kurzen)
Im Herzen der Böhmisch-Mährischen Höhe, ungefähr auf halbem Weg zwischen Prag und Wien, in einem engen Tal umgrenzt von den Bergen Špičák (734 M), Čeřínek (761 M) und am südlichen Horizont vom größten Berg der ganzen Region Javořice (837 M), befindet sich die Stadt Třešť.
Das Pfarrdorf wurde am Übergang des 12. zum 13. Jahrhundert an der Kreuzung zweier historischer Handelswege, Lovětínská und Humpolecká, am Bach Třeštice, gegründet.

Die erste schriftliche Erwähnung über Třešť geht auf das Jahr 1349 zurück, wo die Pfarrkirche St. Martin erwähnt wird. Damals gehörte sie Záviš von Třešť, nach ihm kam der Eigentümer Štěpán von Březnice, welcher sie im Jahre 1359 an den mährischen Markgrafen Jan Jindřich verkaufte. Dieser verkaufte sie noch im selben Jahr an die Šternbergs, die Třešť bis zum Jahre 1493 behielten. In den Jahren 1493 - 1627 herrschten hier die Vencelíks, nach ihnen kamen in den Jahren 1627 - 1657 die Herbersteins aus Kärnten, 1657 - 1669 die Gayers von Edelbach, in den Jahren 1669 - 1844 die Herbersteins von der österreichischen Linie. 1844 - 1945 waren die Besitzer von Třešť die österreichischen Sternbachs.
Unter der Herrschaft der Vencelíks wurde am Platz die lutheranische Kirche gegründet (heute die Kirche der heiligen Katharina von Sien) und die Bewohner traten zum protestantischen Glauben über. Nach der Besitzübernahme durch die Herbersteins wurde Třešť wieder katholisch.
In der Stadt entwickelten sich Handwerke und erblühten Gilden. Im Jahre 1753 lebten in Třešť 187 Handwerkermeister, davon waren fast 100 Tuchmeister und 19 Gesellen. Im 19. Jahrhundert entstanden in Třešť Tuch- und Möbelfabriken (besonders geschnitzte Uhrengehäuse - sie wurden nach ganz Europa geliefert) und Zündholzfabriken, später entstand die Bekleidungsindustrie und der Maschinenbau.
An der Entstehung der Industrie beteiligten sich jüdische Ortsunternehmer. Die jüdische Kommunität in Třešť hat ihren Ursprung in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, wo der Rabbiner Jakub aus Třešť erwähnt wurde. Um das Jahr 1845 lebten in Třešť 621 Juden, deren Anzahl stufenweise sank, bis es im Jahre 1929 nur 38 jüdische Einwohner waren, die dem Holocaust zum Opfer fielen.
An die jüdische Kommunität erinnert die nach dem großen Brand 1824 neu aufgebaute Empiresynagoge und der jüdische Friedhof.
An den Widerstand der Bevölkerung gegen die faschistische Okkupation erinnern Gedenktafeln. Eine mit den Namen derer, die in dem Gebäude des Stadtamtes zu Tode gefoltert wurden, und eine andere im Gefängnishof, die an die Ermordung von dreiunddreißig Bürgern in der Mairevolution 1945 erinnert.
Im Jahre 1901 wurde Třešť, damals der größte Marktplatz Mährens, zur Stadt erhoben. Im Jahre 1872 wurde hier die erste Bürgerschule in Mähren gegründet.
Herrschende Adelsgeschlechter über Třešť
1358 - 1493 Šternbergs
1493 - 1626 Vencelíks
1626 - 1657 Herbersteins von Kernten
1657 - 1669 Gayers von Edelbach
1669 - 1831 Herbersteins österreichischer Linie
1831 - 1844 Herrschaft unter Amtsverwaltung
1844 - 1945 Sternbachs
1998 - wurde der Stadt das Recht, die Stadtfahne zu benutzen, verliehen
Die Sage über die Gründung von Třešť
Der Sage nach waren vor vielen, vielen Zeiten in unserer Gegend tiefe und unendliche Wälder. Eines Tages ritt ein unbekannter Ritter mit seinem Gesinde durch die Wälder und suchte einen passenden Platz für eine Siedlung. Er verirrte sich aber und konnte nicht aus dem Wald herausfinden. Als alle schon sehr müde waren, blieben sie auf der Stelle, wo einst der Gemeindebrunnen "Homolka" war. (Zurzeit ungefähr bei der Kreuzung in der Nähe der Verkaufsstelle Albert - Anmerkung der Redaktion). Damals befanden sich dort ein Waldbrünnlein und eine große Eiche. Unter diesem Eichenbaum nahmen alle Platz zum Schlafen. Der Ritter hatte einen sonderbaren Traum, eine eigentümliche Vision. Er träumte, vor ihm stehe eine schöne Nixe, in der Hand ein Körblein mit kleinen Häuschen und diese zerstreute sie um die Eiche herum. Als der Ritter erwachte, überdachte er seinen Traum und nahm an, es sei ein Zeichen, hier zu bleiben und sein neues Heim eben an dieser Stelle zu gründen. Er ließ also sofort die Bäume um die Eiche fällen und von dem Holz eine neue Siedlung aufbauen. Als die Ortschaft stand, gab er ihr den Namen Třešť um die Erinnerung zu erhalten, dass der Anlass zu ihrer Entstehung bloß ein Traum, eine Vision war.
Aus der Schriftensammlung der Schülerinnen der II. und III. Klasse der Bürgerschule in Třešť aus dem Jahre 1931
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